Inhaltsverzeichnis

1) Voraussetzungen

2) Entscheidungsfindung

3) Ablauf

Ablauf.

Von den ersten Schritten bis zur Aufnahme eines Kindes in die Pflegefamilie können Wochen bis Monate vergehen. Und das ist auch gut so, damit sich alle Beteiligten in Ruhe kennen lernen können.

Überlegungen im Vorfeld.

Mögliche Pflegeeltern sollten mithilfe von begleitender Beratung genau prüfen, ob sie den Belastungen, die auf sie zukommen können, gewachsen sind. Ebenso hilfreich kann der Austausch mit erfahrenen Pflegeeltern sein.

Voraussetzungen.

    Zukünftige Pflegeeltern sollten:
  • eine positive Einstellung zum Leben haben
  • aufgeschlossen gegenüber Neuem sein
  • Spaß am Zusammenleben mit Kindern haben
  • die Möglichkeit haben, viel Zeit mit ihnen zu verbringen
  • in einer stabilen Partnerschaft leben
  • ökonomisch abgesichert sein
  • geduldig und belastbar sein
  • viel Durchhaltevermögen mitbringen
  • idealerweise etwa im Alter von Eltern sein, die leibliche Kinder erziehen (Altersabstand nicht viel größer 40 Jahre)
  • auf berufliche Einschränkungen vorbereitet sein
  • ein Pflegekind so annehmen können, wie es ist
  • fähig sein, ein Kind auch wieder gehen zu lassen

Von Vorteil ist die pädagogische Ausbildung wenigstens eines Elternteils, dies ist aber keine Voraussetzung fär die Aufnahme eines Kindes.

Vertrauen aufbauen.

Das Vertrauen des Pflegekindes zu gewinnen, braucht viel Zeit, denn viele Pflegekinder sind traumatisiert. Sie haben oft Gewalt, Vernachlässigung und kaum stabile Beziehungen erlebt. Daraus können sich Verhaltensauffälligkeiten ergeben: manche Kinder sind sehr in sich selbst zurückgezogen, andere fordern durch übertrieben aggressives Verhalten Aufmerksamkeit ein. Für die Pflegefamilie kann das sehr belastend sein.

Hilfreiche Angebote.

Hilfreich zur Bewältigung der schwierigen Phasen sind Kurse und Fortbildungen, die von Jugendamt und freien Trägern angeboten werden und die enge Zusammenarbeit mit dem Jugendamt im Rahmen des Hilfeplans.

Erste Schritte.

Können Sie sich vorstellen, ein Pflegekind aufzunehmen, wenden sich an das örtliche Jugendamt. Die Mitarbeiter des Jugendamtes werden Sie ausführlich beraten. Hier können Sie Fragen stellen, die den genauen Ablauf betreffen, da dies von Jugendamt zu Jugendamt leicht variieren kann.

Bewerbungsphase.

In der Bewerbungsphase werden die Mitarbeiter des Jugendamtes lange und ausführliche Gespräche mit Ihnen führen. Das ist wichtig, um herauszufinden, ob sich die Familie als Pflegestelle eignet und welches Kind in diese spezielle Familie passt. Es werden Hausbesuche durchgeführt, um sich ein Bild vom privaten Umfeld zu machen.

Anbahnungsphase.

Ist ein geeignetes Kind gefunden, können Pflegefamilie und Kind sich in einer so genannten Anbahnungsphase kennen lernen. Es folgen gegenseitige Besuche, damit man sehen kann, ob man zusammen passt.

Das Kind zieht in das neue Zuhause ein.

Haben sich Kind und Pflegeeltern etwas kennen gelernt, werden die Pflegeeltern gefragt, ob sie sich ein Leben mit dem Pflegekind vorstellen können. Sagen Sie ja, zieht das Kind bei der neuen Familie ein.

...und wenn es doch nicht passt?

Stellen Sie während der Anbahnungsphase fest, das der berühmte "Funke" nicht überspringt, seien Sie unbedingt ehrlich! Es wird Ihnen niemand übel nehmen, denn Gefühle lassen sich nicht erzwingen und nichts wäre für das Kind schlimmer als ein späteres Scheitern des Pflegeverhältnisses. Das Jugendamt wird für das Kind andere Pflegeeltern suchen und Ihnen weitere Pflegekind-Vorschläge machen.

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